Branchen
Herstellerneutrale Beratung: Was passt, nicht was Provision bringt
Viele IT-Berater haben Partnerschaften mit Herstellern – AWS, Azure, Google Cloud, VMware und andere. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, aber es beeinflusst Empfehlungen. Wer Provision für verkaufte Lizenzen oder Cloud-Spend bekommt, hat einen Anreiz, diese Produkte zu empfehlen – auch wenn eine andere Lösung besser passen würde.
Wir arbeiten anders: ohne Vendor-Partnerschaften, ohne versteckte Provisionen. Unsere Empfehlungen basieren auf Ihren Anforderungen, nicht auf unserem Umsatz.
Was "herstellerneutral" konkret bedeutet
- Keine Partnerprogramme: Wir sind kein AWS Partner, kein Azure Partner, kein Google Cloud Partner. Wir bekommen keine Kickbacks für Cloud-Spend oder Lizenzverkäufe.
- Keine Reseller-Marge: Wir verkaufen keine Lizenzen weiter und haben keinen Anreiz, teurere Produkte zu empfehlen.
- Offene Trade-off-Diskussion: Wenn On-Premises für Ihren Use Case besser ist als Cloud, sagen wir das. Wenn Open Source eine kommerzielle Lösung ersetzen kann, zeigen wir das auf.
Warum das wichtig ist
Beispiel 1: Cloud vs. On-Premises
Ein Berater mit AWS-Partnerschaft hat einen Anreiz, alles in AWS zu schieben – auch wenn bestimmte Workloads im eigenen Rechenzentrum günstiger und stabiler laufen würden. Wir analysieren beides und empfehlen, was wirtschaftlich und technisch Sinn macht.
Beispiel 2: Managed Service vs. Self-Hosted
Managed Databases kosten mehr, sind aber weniger Aufwand. Self-Hosted ist günstiger, braucht aber Know-how. Wir wägen ab, was für Ihr Team und Ihr Budget passt – ohne dass wir von einer Option profitieren.
Beispiel 3: Kommerziell vs. Open Source
Für viele Use Cases gibt es Open-Source-Alternativen: Prometheus statt Datadog, GitLab statt GitHub Enterprise, Nextcloud statt Microsoft 365. Wir zeigen auf, wo Open Source reicht und wo kommerzielle Features den Aufpreis rechtfertigen.
Wie wir arbeiten
1. Anforderungen verstehen
Was brauchen Sie wirklich? Nicht "wir brauchen Kubernetes", sondern "wir brauchen schnelle Deployments mit wenig Downtime". Manchmal ist die Lösung simpler als gedacht.
2. Optionen aufzeigen
Wir präsentieren verschiedene Ansätze mit ihren Trade-offs:
- Kosten (initial und laufend)
- Komplexität
- Vendor Lock-in
- Skills im Team
- Betriebsaufwand
3. Empfehlung begründen
Unsere Empfehlung ist nachvollziehbar. Wenn wir Azure empfehlen, erklären wir warum – und was dagegen spricht. Sie entscheiden informiert.
4. Umsetzen und übergeben
Wir setzen um, was Sie wählen, und übergeben so, dass Ihr Team es selbst betreiben kann. Keine Abhängigkeit von uns.
FAQ
Arbeitet ihr gar nicht mit Cloud-Providern?
Doch, natürlich. Wir implementieren auf AWS, Azure, GCP und anderen Plattformen. Aber wir haben keine Partnerschaften, die unsere Empfehlungen beeinflussen.
Wie finanziert ihr euch dann?
Über unsere Beratungs- und Umsetzungsleistungen. Wir werden für unsere Arbeit bezahlt, nicht für vermittelte Lizenzen oder Cloud-Spend.
Ist Open Source immer besser?
Nein. Open Source ist oft günstiger in den Lizenzkosten, aber nicht immer im Gesamtbetrieb. Manchmal ist ein Managed Service wirtschaftlicher als Self-Hosting. Das analysieren wir im Einzelfall.
Wie bleibt ihr technisch aktuell ohne Partnerschaften?
Durch Projekte, Weiterbildung und Austausch in der Community. Wir arbeiten mit vielen verschiedenen Technologien und sehen, was sich in der Praxis bewährt.
Wann herstellerneutrale Beratung besonders Sinn macht
- Vor großen Investitionen: Cloud-Migration, Plattform-Entscheidungen, Tool-Auswahl
- Bei Vendor Lock-in Bedenken: Wenn Sie flexibel bleiben wollen
- Nach schlechten Erfahrungen: Wenn frühere Empfehlungen zu teuer oder zu komplex waren
- Bei Multi-Cloud-Strategien: Wenn Sie nicht von einem Anbieter abhängig sein wollen
Fazit
Herstellerneutrale Beratung bedeutet: Ihre Anforderungen stehen im Mittelpunkt, nicht unsere Umsatzziele. Wir empfehlen, was technisch und wirtschaftlich passt – auch wenn das manchmal "weniger Cloud" oder "einfachere Lösung" bedeutet.