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Benchmark & Quick-Start Assessment: IT-Reifegrad analysieren

5 Min. Lesezeit

Ein Benchmark & Quick‑Start Assessment ist eine strukturierte Bestandsaufnahme Ihrer IT – mit dem Ziel, in kurzer Zeit Klarheit zu gewinnen: Wo stehen Delivery, Betrieb und Security heute? Welche Maßnahmen haben den größten Effekt? Und welche Abhängigkeiten müssen Sie zuerst lösen, damit Investitionen (z. B. Cloud, Plattform, DevOps) wirklich tragen?

Im Unterschied zu „Tool‑Audits“ fokussiert ein gutes Assessment auf das Gesamtsystem: Architektur, Prozesse, Verantwortlichkeiten, Automatisierung, Risiko und Betrieb. Ergebnis ist eine priorisierte Roadmap, die Quick Wins ermöglicht und gleichzeitig eine belastbare Zielarchitektur vorbereitet.

Was umfasst ein IT‑Assessment typischerweise?

Statt rein organisatorischer Interviews kombinieren wir unterschiedliche Quellen (Evidenz statt Bauchgefühl). Ein praxistauglicher Rahmen deckt häufig folgende Domänen ab:

Infrastruktur und Plattform

  • On‑Prem/Cloud‑Setup, Netz-/Zonenmodell, Identity/IAM
  • Provisionierung und Standardisierung (z. B. IaC, Images, Baselines)
  • Resilienz (Redundanz, Backup/Restore, DR‑Fähigkeit)

Weiterführend:

Delivery und Engineering

  • Build-/Release‑Prozess, Branching- und Release‑Strategie
  • Testpyramide, Quality Gates, Abhängigkeitsmanagement
  • Change Failure Rate und Rollback-/Recovery‑Fähigkeit

Weiterführend:

Betrieb, Observability und Incident‑Fähigkeit

  • Monitoring/Logging/Tracing, Dashboards, Alert‑Qualität
  • Incident‑Prozess, Runbooks, On‑Call, Postmortems
  • SLOs/SLA‑Ziele und deren Steuerbarkeit

Weiterführend:

Security, Compliance und Risiko

  • Security‑Kontrollen entlang der Delivery‑Kette (Secure SDLC)
  • Secrets, Hardening, Vulnerability-/Patch‑Prozess
  • Auditierbarkeit (Evidenzen, Nachvollziehbarkeit, Policies)

Weiterführend:

Kosten, Kapazität und Steuerung (FinOps/Transparenz)

  • Kostentreiber (z. B. Overprovisioning, Storage, Lizenzen)
  • Verantwortlichkeiten und Chargeback/Showback‑Mechanismen
  • Kapazitäts- und Lifecycle‑Management

Warum ein Benchmark hilft (und wann er gefährlich wird)

Ein Benchmark schafft eine gemeinsame Sprache: Wo sind Sie gut, wo besteht Risiko, und wo sind „kleine“ Maßnahmen überraschend wirksam? Entscheidend ist, dass Benchmarks nicht als „Score um des Scores willen“ genutzt werden.

Bewährt hat sich:

  • Dimensionen statt Gesamtzahl: z. B. Delivery, Reliability, Security, Kosten, Governance.
  • Evidenzbasiert: Kennzahlen/Artefakte statt Einschätzungen.
  • Kontextsensitiv: Ein Start-up und ein reguliertes Unternehmen haben andere Mindestanforderungen.

Vorgehensmodell: schnell, strukturiert, belastbar

Je nach Größe der Organisation lässt sich ein Quick‑Start Assessment in wenigen Tagen durchführen – sinnvoll ist ein klarer Ablauf, der Interviews und technische Analyse kombiniert.

1) Vorbereitung (0,5–1 Tag)

  • Scope und Zielbild klären (z. B. Cloud Readiness, Plattform, Security, Delivery)
  • Stakeholder und Systeme definieren
  • Zugänge/Datenquellen abstimmen (Read‑only wo möglich)

2) Datenerhebung (1–3 Tage)

Beispiele für typische Inputs:

  • CI/CD‑Artefakte und Pipeline‑Konfigurationen (Buildzeiten, Failures, Gates)
  • Repo‑Struktur, Release‑Strategie, Testabdeckung/Qualitätschecks
  • Cloud/Plattform‑Konfiguration (IAM, Netz, Logging, Backup)
  • Incident-/Change‑Daten (Ticket‑System, MTTR, Häufigkeiten)
  • vorhandene Policies und Dokumentation (Runbooks, DR‑Pläne)

3) Analyse, Benchmark und Priorisierung (1–3 Tage)

  • Gaps zwischen Ist und Soll identifizieren (Risiko, Aufwand, Abhängigkeiten)
  • Maßnahmen clustern (Quick Wins vs. strukturelle Themen)
  • Roadmap in 30/60/90 Tage und 6–18 Monate strukturieren

4) Ergebnisworkshop (0,5–1 Tag)

Ziel ist nicht ein „Report im Regal“, sondern ein gemeinsamer Plan:

  • Executive Summary (Risiko, Invest, Nutzen, Prioritäten)
  • technische Maßnahmenliste mit Ownern, Aufwand, Dependencies
  • Zielarchitektur-Skizze (wo sinnvoll) und Entscheidungslog

Typische Quick Wins (mit realem Effekt)

Quick Wins sind Maßnahmen, die innerhalb weniger Tage/Wochen messbar wirken, ohne große Architekturentscheidungen zu blockieren. Häufige Beispiele:

  • „Einheitliche“ CI‑Quality Gates (Lint, Tests, SAST) statt individueller Projekteinstellungen
  • zentralisiertes Logging inkl. Suchbarkeit/Retention für schnellere Ursachenanalyse
  • Backup/Restore‑Tests als Routine (nicht nur „Backup existiert“)
  • Standard‑Runbooks für die Top‑5 Incidents und klare Alarmregeln
  • erste WIP‑Limits/Flow‑Routinen im Team, um Durchlaufzeiten zu senken

Beispiel: Reifegrad-Scorecard (kompakt, aber aussagekräftig)

Eine Scorecard muss nicht kompliziert sein. Sinnvoll ist eine kleine Anzahl von Dimensionen, die jeweils anhand weniger, prüfbarer Kriterien bewertet werden. Ein Beispiel (vereinfacht):

  • Delivery: CI‑Laufzeit, Testabdeckung der kritischen Pfade, Deployment‑Frequenz, Rollback‑Fähigkeit
  • Reliability: SLOs definiert, Alerting signalbasiert, MTTR und Change Failure Rate bekannt
  • Security: Dependency/Secret Scans aktiv, Patch‑SLAs definiert, IAM‑Baseline und Audit‑Logs vorhanden
  • Automation/IaC: Infrastruktur reproduzierbar, State/Reviews/Policies etabliert, Drift‑Erkennung möglich
  • Operations: Runbooks für Top‑Incidents, On‑Call geregelt, Backup/Restore getestet

Wichtig ist, dass jedes Kriterium eine konkrete Evidenz hat (Pipeline‑Konfiguration, Dashboard, Ticket‑Daten, Repo‑Struktur). So wird der Benchmark belastbar – und Fortschritt nach 30/60/90 Tagen messbar.

FAQ

Wie lange dauert ein Quick-Start Assessment typischerweise?

Für einen ersten, belastbaren Überblick reichen oft wenige Tage, wenn Scope und Datenquellen klar sind. Umfang und Tiefe hängen vor allem von Anzahl der Teams/Services und Zugänglichkeit der Evidenzen ab.

Welche Daten/Zugriffe sind sinnvoll (und was nicht)?

Hilfreich sind read‑only Einblicke in Repos, CI/CD‑Pipelines, Monitoring/Logging und Ticketdaten (Incidents/Changes). „Admin‑Zugriffe“ sind dafür selten nötig – wichtig ist eher Transparenz.

Was ist das konkrete Ergebnis nach dem Workshop?

Eine priorisierte Roadmap (Quick Wins + Strukturthemen), klare Risiken/Abhängigkeiten und ein gemeinsames Zielbild. Ideal ist, wenn direkt 1–2 Maßnahmen in Umsetzung gehen, damit Momentum entsteht.

Fazit

Ein Benchmark & Quick‑Start Assessment ist ein effizienter Einstieg, um Investitionen zu fokussieren und Risiken sichtbar zu machen. Entscheidend ist die Kombination aus technischer Evidenz, pragmatischer Priorisierung und einer Roadmap, die Quick Wins liefert – und gleichzeitig die Grundlage für größere Vorhaben wie Cloud‑Migration, Plattformaufbau oder Security‑Programme schafft.

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